Eine Kündigung beendet ein Arbeitsverhältnis – und in Österreich gelten dafür klare Fristen und Regeln. Dieser Ratgeber erklärt 2026 die wichtigsten Kündigungsarten, die Fristen und welche Rechte du als Arbeitnehmer hast.
Ob du selbst kündigst oder gekündigt wirst: Es lohnt sich, die Grundlagen zu kennen. Wer Fristen und Formvorschriften beachtet, vermeidet teure Fehler und kann ruhiger in den nächsten Schritt gehen. Wichtig vorab: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
Welche Arten der Beendigung es gibt
Ein Arbeitsverhältnis kann auf mehreren Wegen enden. Die wichtigsten Begriffe solltest du auseinanderhalten können:
- Arbeitgeberkündigung: Der Betrieb beendet das Dienstverhältnis unter Einhaltung der Frist.
- Arbeitnehmerkündigung: Du selbst kündigst und hältst dabei deine Kündigungsfrist ein.
- Einvernehmliche Auflösung: Beide Seiten einigen sich gemeinsam auf das Ende – oft die flexibelste Variante. Mehr dazu im Ratgeber zur einvernehmlichen Kündigung.
- Entlassung und vorzeitiger Austritt: Die sofortige Beendigung aus wichtigem Grund, ohne Frist.
Kündigungsfristen verstehen
Die Fristen richten sich danach, wer kündigt, und nach den Regelungen im Angestelltengesetz oder im jeweiligen Kollektivvertrag. Bei Angestellten verlängert sich die Frist, die der Arbeitgeber einhalten muss, mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Für Arbeiter gelten häufig die Regeln des Kollektivvertrags. Entscheidend sind außerdem die erlaubten Kündigungstermine, etwa zum Quartals- oder Monatsende. Ein Blick in Dienstvertrag und Kollektivvertrag ist daher immer der erste Schritt.
Deine Rechte als Arbeitnehmer
Arbeitnehmer sind in Österreich nicht schutzlos. Bei einer Arbeitgeberkündigung gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Kündigung wegen Sozialwidrigkeit anzufechten. Außerdem hast du Anspruch auf ein Dienstzeugnis und – je nach Eintrittsdatum – auf die Abfertigung aus dem System „Abfertigung neu“. Wichtig sind auch offene Ansprüche wie nicht konsumierter Urlaub oder ausstehende Sonderzahlungen, die mit der Endabrechnung abgegolten werden.
Zahlen zum Arbeitsmarkt
Jobwechsel und Beendigungen gehören zum Arbeitsleben dazu. Laut Statistik Austria lag die Arbeitslosenquote in Österreich zuletzt im einstelligen Prozentbereich, während gleichzeitig viele offene Stellen gemeldet wurden (Statistik Austria, 2026). Das Arbeitsmarktservice registriert Jahr für Jahr Hunderttausende Aufnahmen und Beendigungen von Beschäftigungsverhältnissen – ein Zeichen dafür, wie dynamisch der Markt ist (AMS, 2026).
| Beendigungsart | Wer geht aktiv? | Frist nötig? |
|---|---|---|
| Arbeitgeberkündigung | Arbeitgeber | ja |
| Arbeitnehmerkündigung | Arbeitnehmer | ja |
| Einvernehmliche Auflösung | beide gemeinsam | frei vereinbar |
| Entlassung / Austritt | eine Seite, wichtiger Grund | nein |
Worauf du beim Ablauf achten solltest
Halte alles schriftlich fest und bestätige den Erhalt einer Kündigung mit Datum. Prüfe die Frist und den nächsten zulässigen Kündigungstermin. Melde dich rechtzeitig beim AMS, um Lücken beim Arbeitslosengeld zu vermeiden, und sichere dir das Dienstzeugnis. Bei Unsicherheiten helfen Arbeiterkammer oder Gewerkschaft kostenlos weiter.
Häufige Fragen
Muss eine Kündigung schriftlich erfolgen?
Grundsätzlich ist eine Kündigung formfrei möglich, viele Dienstverträge verlangen aber Schriftform. Aus Beweisgründen ist die schriftliche Form immer empfehlenswert.
Wie lange ist meine Kündigungsfrist?
Das hängt davon ab, ob du Angestellter oder Arbeiter bist, wer kündigt und was Dienst- und Kollektivvertrag vorsehen. Bei Angestellten steigt die Arbeitgeberfrist mit den Dienstjahren.
Kann ich gegen eine Kündigung vorgehen?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja, etwa bei Sozialwidrigkeit. Hier solltest du dich rasch an Arbeiterkammer, Gewerkschaft oder eine Rechtsberatung wenden.
Bekomme ich nach der Kündigung eine Abfertigung?
Im System „Abfertigung neu“ wird über die betriebliche Vorsorgekasse angespart. Ob und wie viel ausgezahlt wird, hängt von Eintrittsdatum und Beendigungsart ab.
Fazit
Eine Kündigung in Österreich ist kein Buch mit sieben Siegeln, wenn du Fristen, Arten und Rechte kennst. Prüfe Dienst- und Kollektivvertrag, halte alles schriftlich fest und hole dir bei Zweifeln früh kostenlose Beratung – so gehst du gut vorbereitet in den nächsten Karriereschritt.

