Wiener Schnitzel Original: Das echte Rezept aus Wien

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Ausschließlich aus dünn geklopftem Kalbfleisch entsteht ein echtes Wiener Schnitzel, paniert und schwimmend in Butterschmalz gebacken. Wiener Schnitzel ist ein paniertes Kalbsschnitzel aus der Wiener Küche, das in reichlich heißem Fett gebraten wird, bis die Panade goldbraun aufgeht. Wer Schweinefleisch verwendet, serviert korrekt ein Schnitzel Wiener Art. Diesen Unterschied nehmen Speisekarten in Österreich bis heute genau.

Wiener Schnitzel oder Schnitzel Wiener Art: Der wichtige Unterschied

Seit seiner ersten Fassung von 1911 regelt der Codex Alimentarius Austriacus, das österreichische Lebensmittelbuch, diese Bezeichnung. Kapitel B14 zu Fleisch und Fleischerzeugnissen definiert Wiener Schnitzel eindeutig: ein paniertes Kalbsschnitzel, mit Mehl, verquirltem Ei und Semmelbröseln paniert und anschließend in Fett schwimmend gebraten. Nur Kalbfleisch darf demnach so heißen. Wird stattdessen Schweinefleisch verarbeitet, muss korrekt „Schnitzel Wiener Art“ oder „Wiener Schnitzel vom Schwein“ auf der Karte stehen.

Kalbfleisch selbst ist ebenfalls definiert: Laut EU-Regelung gilt seit 1. Juli 2008 als Kalb, wer vor dem achten Lebensmonat geschlachtet wird. Einer genauen Prüfung hält die beliebte Legende nicht stand, wonach Feldmarschall Radetzky das Rezept 1848 aus Mailand mitgebracht habe. Der Linguist Heinz Dieter Pohl zeigte 2007, dass diese Geschichte erst 1969 in einem italienischen Gastroführer auftauchte. Der Begriff „Wiener Schnitzel“ selbst findet sich bereits 1831 in Maria Anna Neudeckers Kochbuch, deutlich vor jeder Radetzky-Anekdote.

Zutaten und die richtige Fleischwahl

Für ein original Wiener Schnitzel eignet sich Kalbfleisch aus der Nuss oder der Oberschale am besten, da es fein und zart bleibt. Ein Schnitzel wiegt roh meist 150 bis 180 Gramm und wird auf etwa halbe Fingerdicke geklopft. Für die Panade braucht es griffiges Mehl, verquirlte Eier und feine Semmelbrösel, dazu Salz zum Würzen des Fleisches vor dem Panieren. Als Fett kommt ausschließlich Butterschmalz infrage, weil es hoch erhitzbar ist und dem Schnitzel seinen typischen Geschmack gibt. Öl oder Butter allein liefern nicht dasselbe Ergebnis. Zitrone und glatte Petersilie gehören zur klassischen Garnitur dazu.

Schritt für Schritt: So gelingt die klassische Zubereitung

Die Zubereitung folgt einem festen Ablauf, den Wiener Köche seit Generationen kaum verändert haben. Wer die Reihenfolge einhält, erhält eine Panade, die sich charakteristisch wellt und nicht am Fleisch klebt.

5 Schritte zum perfekten Wiener Schnitzel1Kalbfleisch klopfenFleisch von Sehnen befreien, gleichmäßig klopfen und salzen2Panieren in drei SchrittenDurch Mehl, verquirltes Ei und Semmelbrösel ziehen, nicht andrücken3Butterschmalz erhitzenReichlich heißes Fett, das Schnitzel muss schwimmend garen4Schwimmend bratenRund 2–3 Minuten pro Seite, Pfanne dabei leicht schwenken5Abtropfen & servierenAuf Küchenkrepp abtropfen, sofort mit Zitrone servierenortneronline.at

Zuerst wird das Kalbfleisch von Sehnen befreit und vorsichtig auf gleichmäßige Dicke geklopft. Danach salzen viele Köchinnen und Köche das Fleisch kurz, bevor es durch Mehl, dann durch verquirltes Ei und zuletzt durch Semmelbrösel gezogen wird. Wichtig: Die Panade nicht andrücken, sonst haftet sie zu fest und wellt sich beim Braten nicht mehr. In der Pfanne muss das Butterschmalz so hoch stehen, dass das Schnitzel schwimmend gart, ähnlich wie beim Frittieren. Bei mittlerer bis hoher Hitze wird jede Seite rund zwei bis drei Minuten gebraten, während die Pfanne leicht geschwenkt wird, damit das Fett über das Schnitzel schwappt. Danach kommt das Schnitzel auf Küchenkrepp, damit überschüssiges Fett abtropfen kann, bevor es sofort serviert wird.

Die klassischen Beilagen zum Wiener Schnitzel

Zum Wiener Schnitzel gehören traditionell Petersilkartoffeln oder ein einfacher Erdäpfelsalat mit Essig und Rindssuppe. In manchen Wiener Wirtshäusern wird auch Vogerlsalat mit Kürbiskernöl gereicht. Als Aushängeschild der Wiener Küche steht das Schnitzel dabei in einer Reihe mit anderen Institutionen der Stadt, etwa der Wiener Kaffeehaustradition. Preiselbeeren sind eine mögliche, aber keine zwingende Ergänzung; sie stammen ursprünglich eher aus der bayerischen als aus der Wiener Küche. Eine Zitronenspalte darf hingegen kaum fehlen: Der Saft mildert die Fettigkeit der Panade und bringt Frische auf den Teller.

Häufige Fehler beim Panieren und Braten

Der häufigste Fehler ist zu wenig Fett in der Pfanne. Ohne ausreichend Butterschmalz gart das Schnitzel eher trocken als schwimmend, und die Panade bleibt flach statt zu wellen. Zweitens: kalte Panade direkt aus dem Kühlschrank in heißes Fett zu legen, kühlt das Fett zu stark ab und lässt die Panade fettig werden. Drittens drücken viele die Panade beim Wenden an, aus Angst, sie könnte sich lösen – genau das verhindert aber die typische Wellenstruktur. Ein weiterer Klassiker: falsches Fleisch. Schweineschnitzel schmeckt gut, gilt aber nicht als Wiener Schnitzel im engeren Sinn. Wer schließlich zu niedrige Temperatur wählt, zieht unnötig Fett in die Panade statt eine knusprige Kruste zu erzeugen. Wer nach dem Braten noch einen digestifhaltigen Absacker sucht, findet in einem guten österreichischen Marillenschnaps einen klassischen Abschluss zum Schnitzel-Menü.

Infografik Zutaten und Zubereitungsschritte für Wiener Schnitzel

Häufig gestellte Fragen

Wie macht man richtiges Wiener Schnitzel?

Aus dünn geklopftem Kalbfleisch entsteht richtiges Wiener Schnitzel, das nacheinander durch Mehl, verquirltes Ei und Semmelbrösel gezogen wird. Anschließend brät es in reichlich heißem Butterschmalz, bis es von beiden Seiten goldbraun ist. Die Panade darf beim Panieren nicht angedrückt werden, damit sie sich beim Braten wellen kann. Entscheidend ist außerdem genug Fett in der Pfanne, damit das Schnitzel förmlich schwimmt statt nur zu braten.

Was ist das originale Wiener Schnitzel?

Laut Codex Alimentarius Austriacus besteht das originale Wiener Schnitzel ausschließlich aus paniertem Kalbfleisch. Varianten aus Schweinefleisch oder Pute mögen ähnlich schmecken, dürfen aber nicht unter derselben Bezeichnung verkauft werden. Der Name ist zwar kein EU-weit geschütztes Herkunftszeichen, wird in Österreich aber seit über hundert Jahren so definiert. Restaurants, die sich an die Wiener Tradition halten, kennzeichnen Schweinefleisch-Varianten daher korrekt als Schnitzel Wiener Art.

Warum sollte man Wiener Schnitzel mit Wasser besprühen?

Kurz bevor das panierte Schnitzel in die Pfanne kommt, sprühen manche Köchinnen und Köche wenige Tropfen Wasser darüber. Der Wasserdampf soll beim Braten zwischen Panade und Fleisch entstehen und dadurch die typische Wellenstruktur verstärken. Ganz unumstritten ist dieser Trick unter Köchen nicht, viele erzielen dieselbe Wellung bereits durch lockeres Panieren und ausreichend Fett. Wer es ausprobieren möchte, sollte nur sehr wenig Wasser verwenden, um die Panade nicht aufzuweichen.

Welches Fleisch ist am besten für Wiener Schnitzel?

Am besten eignet sich Kalbfleisch aus der Nuss oder der Oberschale, weil beide Teilstücke fein in der Faser und arm an Sehnen sind. Das Fleisch sollte hell und mager sein, ohne dicke Fettschichten. Nach EU-Definition gilt als Kalb, wer vor dem achten Lebensmonat geschlachtet wurde, was für ein zartes Ergebnis entscheidend ist. Wer kein Kalbfleisch bekommt, kann auf Pute oder Schwein ausweichen, muss das Gericht dann aber korrekt als Schnitzel Wiener Art benennen.

Fazit

Ein echtes Wiener Schnitzel steht und fällt mit drei Dingen: Kalbfleisch, reichlich Butterschmalz und einer locker gezogenen Panade. Wer diese Punkte beachtet und die Panade beim Braten nicht andrückt, erhält 2026 dieselbe Wellenstruktur, die Wiener Wirtshäuser seit Jahrzehnten servieren. Wer korrekt zwischen Wiener Schnitzel und Schnitzel Wiener Art unterscheidet, trifft beim nächsten Restaurantbesuch die richtige Wahl und weiß beim Selberkochen genau, welches Fleisch in die Pfanne gehört.

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